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64 – Eindringlinge   1 comment

Sie hatten sie eingekreist. Nohs beobachtete die Eindringlinge genau, während er sich gemeinsam mit den anderen Jägern näherte. In seinem ganzen Leben hatte er keine so seltsamen Lebewesen gesehen. Dabei waren sie den Jägern durchaus ähnlich. Und doch – das spürte er – fremdartiger als alle Völker – Mensch oder Tier -, die auf Redna lebten. Sie trugen merkwürdige Kleidung. Nohs kannte kein Tier und keine Pflanze, aus der man solche Kleider machen konnte. Und diesen Wesen klebte sie am ganzen Körper. Ihre Haare waren von unterschiedlicher Farbe. Und viele trugen sie kurz wie bei einem Kind. Andere hatten dafür Haare im Gesicht, wie es Nohs bei keinem Menschen je gesehen hatte. Und auch ihre Haut – soweit sie überhaupt zu sehen war – war von ganz anderer Art. Grobporig und viel dunkler als bei den Jägern. Es gab keinen Stamm auf Redna, von dem Nohs wusste, dessen Haut vergleichbar war, sei sie nun rot, grün, gelb oder weiß wie bei den Jägern.

Doch in Einem unterschieden sich die Eindringlinge nicht von den Lebewesen Rednas: In ihren Augen zeigte sich die Angst, seit sich die Jäger ihnen offenbart hatten. Denn die Jäger waren den Eindringlingen um ein Vielfaches überlegen.

57 – Abenteuer   Leave a comment

Tom hatte erstaunlich gut geschlafen. Kurz, aber gut. Selbst in den Nächten war es hier recht warm zu dieser Jahreszeit, welche auch immer das sein mochte. Er schaute auf seine Armbanduhr. Richtig. Da war keine mehr. Er konnte sich einfach nicht daran gewöhnen. Seit sie hier angekommen waren, trug er nur noch seine Kleidung. Keine Uhr, keine Brieftasche, kein Handy. Beinahe ein Wunder, dass sie nicht splitterfasernackt in Redna erwacht waren. Er grinste. Er hätte Lisa gern mal wieder nackt gesehen. Und Mona? Ihr Anblick hätte ihn noch mehr interessiert. Vielleicht auch spärlich mit steinzeitlichen Fellen behängt.

Er warf einen Blick in die Höhle. Die beiden Frauen schliefen so weit voneinander entfernt, wie es der kleine Raum zuließ. Lisa in unruhigen Träumen, Mona, seit er die Wache von ihr übernommen hatte, tief und fest. Er musste sich eingestehen, dass ihm dieses Abenteuer inzwischen weit weniger missfiel als seiner Ex. Das lag keineswegs an seinen beiden Begleiterinnen. Nicht ausschließlich jedenfalls. Jetzt, da sie sich durch die Wildnis Rednas schlugen, erinnerte es ihn an seine Jugend auf dem Land. Mit seinen Freunden hatte er die wildesten Quests in den Wäldern rund um das Dorf bestanden. In ihrer Fantasie war die Landschaft damals ebenso urwüchsig gewesen, wie sich ihm heute Redna präsentierte. Es war als …

Hatte er da gerade ein Geräusch gehört? Angestrengt schaute er in die Büsche, die den schmalen Weg vor der Höhle säumten und im Morgengrauen wie knorrige Gestalten wirkten. Sicher nur ein Tier. Jetzt jedenfalls hörte er nichts mehr. Dennoch fröstelte ihn jetzt.