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64 – Eindringlinge   1 comment

Sie hatten sie eingekreist. Nohs beobachtete die Eindringlinge genau, während er sich gemeinsam mit den anderen Jägern näherte. In seinem ganzen Leben hatte er keine so seltsamen Lebewesen gesehen. Dabei waren sie den Jägern durchaus ähnlich. Und doch – das spürte er – fremdartiger als alle Völker – Mensch oder Tier -, die auf Redna lebten. Sie trugen merkwürdige Kleidung. Nohs kannte kein Tier und keine Pflanze, aus der man solche Kleider machen konnte. Und diesen Wesen klebte sie am ganzen Körper. Ihre Haare waren von unterschiedlicher Farbe. Und viele trugen sie kurz wie bei einem Kind. Andere hatten dafür Haare im Gesicht, wie es Nohs bei keinem Menschen je gesehen hatte. Und auch ihre Haut – soweit sie überhaupt zu sehen war – war von ganz anderer Art. Grobporig und viel dunkler als bei den Jägern. Es gab keinen Stamm auf Redna, von dem Nohs wusste, dessen Haut vergleichbar war, sei sie nun rot, grün, gelb oder weiß wie bei den Jägern.

Doch in Einem unterschieden sich die Eindringlinge nicht von den Lebewesen Rednas: In ihren Augen zeigte sich die Angst, seit sich die Jäger ihnen offenbart hatten. Denn die Jäger waren den Eindringlingen um ein Vielfaches überlegen.

50 – Hand in Hand   Leave a comment

„Runter!“, schrie Mona und warf sich hinter den Tisch.
Tom zog Lisa mit sich. Noch im Fallen bemerkte er, wie Mona Tsieg schnappte und in ihrer Jacke verschwinden ließ. „Sie haben Verstärkung bekommen“, flüsterte er ihr zu.
Mona nickte und kontrollierte ihre Waffe.
„Haben wir euch!“ Die Stimme von Boss.
Die Bäckersfrau kreischte. Ein Schuss fiel. Das Kreischen hörte auf. Dumpf schlug der Körper auf den Fußboden. Jetzt schrie Lisa. Tom hielt ihr die Hand vor den Mund.
„Ihr habt keine Chance! Gebt das Artefakt heraus und ihr seid uns los!“
Mona stieß ihn an. Sie hielt den Finger vor den Mund. Dann streckte sie ihre Hand aus. Was sollte das? Das passte gar nicht zu ihr. Er zögerte. Energisch wiederholte sie die Geste. Er gab ihr die Rechte, hielt mit der anderen weiter Lisa umklammert.
„Wirf die Waffe weg! Dann kommt ihr alle mit erhobenen Händen raus! Sonst holen wir euch!“
Tom sah es jetzt erst: Mona hielt Tsieg in der freien Hand. Sie streichelte die Figur mit dem Daumen. Und sie murmelte irgendetwas. Ihr Griff wurde fester, als wolle sie um jeden Preis verhindern, dass Tom sie losließ. Was war mit ihr? Angst konnte es nicht sein. Nicht bei Mona. Auch wirkte sie vollkommen ruhig, beinahe weggetreten. Ihre andere Hand schimmerte. Nein, nicht die Hand – Tsieg! Wie war das möglich? Eine Holzfigur! Sie schimmerte. Flimmerte. Nicht nur Tsieg, alles um ihn herum. Sterne tanzten. Immer schneller, immer wilder, bis einer nach dem anderen erlosch. Dann war es dunkel!