Archiv für das Schlagwort ‘Brigitte Mann

67 – Wetten   1 comment

Sie hatten eine Armee! Es war der Wahnsinn! Schade, dass das in der wirklichen Welt nicht so einfach funktionierte. Karl saß, umgeben von seinen Leuten, auf einem Baumstumpf und machte keinen Finger krumm, während sich die Wilden die Köpfe einschlugen. Welch lustiger Anblick! Seine Männer schlossen stets aufs Neue Wetten ab.

Die anderen waren ihnen in die Falle gegangen. Hatten geglaubt, es nur mit einem kleinen Haufen Männer zu tun zu haben. Karl selbst hatte sich einen Moment dem Tod gegenüber gesehen, befürchtet, ihre Wilden könnten sie im Stich lassen.

Er wandte seinen Blick von den Kämpfenden ab und wieder Brigitte zu. Sie stand noch immer da, diese erstaunliche Holzpuppe hoch erhoben. Anfangs hatte Karl geglaubt, eine Art Strahlen zu sehen, etwas wie schwacher Sonnenschein, doch er musste sich getäuscht haben, denn selbst wenn er jetzt die Augen zusammenkniff, konnte er nichts erkennen, was darauf hindeutete, dass Nomad mehr war als eben eine Holzpuppe. Und doch war es nicht nur eine Ahnung, dass der Einfluss Nomads die Krieger, die auf ihrer Seite standen, zu wahren Bestien werden ließ.

Er stimmte wieder in das Lachen seiner Leute ein. Es war mehr als das Vergnügen an dem fröhlichen Schlachtfest. Es war auch die Erleichterung. Vielleicht zu früh, doch im Moment schien der Erfolg viel näher als noch vor wenigen Stunden. Ja, er hatte ein wenig gezweifelt, dass sie ihr Ziel erreichen würden. Aber wer sollte sich ihnen jetzt noch ernsthaft entgegenstellen?

62 – Die Göttin   1 comment

Karl schaute zu Brigitte auf. Der Eindruck, den sie auf ihn machte, übertraf noch den, als er sie das erste Mal erblickt hatte. Stark, selbstbewusst und schön. Nun umwehte sie noch eine Aura der Macht. Wie eine Göttin sah sie aus. Es war nicht auszumachen, welchen Anteil daran die Holzfigur hatte, die sie in den Händen hielt, die Arme nahezu im rechten Winkel vorgestreckt. Sie schien mit Nomad zu verschmelzen, das Leuchten des Artefakts auf sie überzugehen. Die Anhöhe, auf der sie stand, befand sich in der Mitte des Dorfplatzes, die Bewohner bildeten in ehrfurchtsvollem Abstand einen Kreis um ihre neue Führerin. Er erinnerte sich an dieses Bild. Er hatte es in den Schriftrollen gesehen.

58 – Funktionieren   Leave a comment

Karl hatte all die unguten Gedanken beiseite gewischt. Sie waren hier. Nun gab es kein Zurück mehr. Er musste seinen Jungs mit gutem Beispiel vorangehen. Jammern brachte sie nicht weiter. Es galt, das Beste aus ihrer Lage herauszuholen. Brigitte erkannte seine wiedererwachte Entschlossenheit. Sie erwiderte seinen Blick und nickte ihm zu.
Ermuntert durch diese Geste sagte er: „Wir sollten das Dorf bald erreichen.“
„Hoffentlich! Ich komme mir fast nackt vor, so vollkommen unbewaffnet.“
Schön wär’s! „Ich auch“, sagte er nur.

54 – Nähe   Leave a comment

Nie hatte er sich seinen Jungs so nah gefühlt wie jetzt. Sie alle hatten sich dem Orden verschrieben und ihm die besten Jahre ihres Lebens geopfert, ohne es je zu bereuen. Nie waren sie so dicht am Ziel gewesen wie jetzt. Ein Ziel, für das sich jeder Aufwand lohnte. Von dem Moment, in dem sie Redna betreten würden, hatten sie seit Jahren geträumt. Doch niemand war auf den Gedanken gekommen, dass sie es mit nur einer der Geisterfiguren tun würden. Das ähnelte einem Kamikaze-Kommando, nur das gar nicht sicher war, ob sie überhaupt in die Nähe des Angriffsziels kämen.

Karl schüttelte den Kopf. Es hatte ihn bisher nie übermäßig gekümmert, wenn einer seiner Jungs für die Sache auf der Strecke geblieben war. Seltsam. Er betrachtete Brigitte, die gerade den Befehl zum Aufbruch gab. Sie wirkte entschlossen wie eh und je. Ob sie auch nur einen Augenblick innehalten würde, wenn er den Tod fände?

Nie hatte er sich seinen Jungs so nah gefühlt wie jetzt. Sie alle hatten sich dem Orden verschrieben und ihm die besten Jahre ihres Lebens geopfert, ohne es je zu bereuen. Nie waren sie so dicht am Ziel gewesen wie jetzt. Ein Ziel, für das sich jeder Aufwand lohnte. Von dem Moment, in dem sie Redna betreten würden, hatten sie seit Jahren geträumt. Doch niemand war auf den Gedanken gekommen, dass sie es mit nur einer der Geisterfiguren tun würden. Das ähnelte einem Kamikaze-Kommando, nur das gar nicht sicher war, ob sie überhaupt in die Nähe des Angriffsziels kämen.
Karl schüttelte den Kopf. Es hatte ihn bisher nie übermäßig gekümmert, wenn einer seiner Jungs für die Sache auf der Strecke geblieben war. Seltsam. Er betrachtete Brigitte, die gerade das Kommando zum Aufbruch gab. Sie wirkte entschlossen wie eh und je. Ob sie auch nur einen Augenblick innehalten würde, wenn er den Tod fände?

51 – Pantoffelheld   Leave a comment

„Sie sind weg, Boss!“
Noch immer verspürte Karl ein wenig Groll, wenn einer seiner Jungs ihn fast schon ignorierte, sobald seine Frau anwesend war. Aber er konnte nichts dagegen unternehmen. Er war nur so lange der Chef, solange Brigitte nicht in der Nähe war. Einer der führenden Köpfe des Ordens und doch nur ein Pantoffelheld.
„Sie hat Tsieg benutzt!“, erklärte sie jetzt.
„Was sollen wir tun?“ Claudia ersparte es ihm, selbst nachzufragen.
„Wir werden Nomad benutzen!“
Brigittes Stimme ließ in keinster Weise einen Widerspruch zu. Dennoch konnte er sich nicht zurückhalten. „Bist du … Wenn wir keinen Erfolg haben, kommen wir nie mehr zurück!“
Er duckte sich, doch Brigitte blieb ganz ruhig. „Dann müssen wir eben Erfolg haben!“

48 – Eine herzliche Begrüßung   Leave a comment

Karl breitete die Arme aus. „Hallo, Mäuschen!“
„Spar dir das!“ Brigitte hielt ihn auf Abstand.
Karl räusperte sich verlegen. Es ärgerte ihn, wenn seine Frau ihn vor den Jungs bloßstellte.
„Wir brauchen Verstärkung“, erklärte sie kurz angebunden und wandte sich einem Stadtplan zu, der auf dem Tisch in der hintersten Ecke des Cafés ausgebreitet war.
Karl setzte sich und betrachtete verächtlich den Laptop, an dem sich Claudia zu schaffen machte. Er lächelte. „Ich dachte, du schaffst das allein.“
Der Blick, mit dem Brigitte ihn ansah, machte ihm klar, dass er besser jede weitere Stichelei unterließ. „Sie haben Hilfe. Eine Agentin. Vermutlich von der AMF.“
„Boss“, Claudia schaute vom Computer auf, „wir haben sie!“